Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete über 25–30 = Kaufen wird meist teuer. Kaufnebenkosten (oft 8–12 %) sind verloren – sie bauen kein Vermögen auf. Mieter gewinnen nur, wenn sie die Differenz wirklich anlegen.
Der Mythos „Miete ist rausgeschmissenes Geld“
Den Satz hört man oft. Er stimmt nur halb. Auch als Eigentümer zahlst du „Miete“ – nur an andere: Zinsen an die Bank, Instandhaltung an Handwerker, Grundsteuer an die Gemeinde, an Staat und Notar. Nur die Tilgung baut wirklich Vermögen auf.
Der Kaufpreisfaktor
Eine einfache Kennzahl: Teile den Kaufpreis durch die Jahreskaltmiete einer vergleichbaren Wohnung.
| Faktor | Einschätzung |
|---|---|
| unter 20 | Kaufen ist oft günstig |
| 20–25 | Abwägen |
| über 25–30 | Mieten und Anlegen ist oft günstiger |
Wohnung für 380.000 €, vergleichbare Kaltmiete 1.250 € (15.000 € im Jahr). Faktor: 380.000 ÷ 15.000 ≈ 25. Grenzbereich – hier entscheiden Zinsen, Wertentwicklung und deine Disziplin.
Die Kaufnebenkosten
- : je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 %.
- Notar und Grundbuch: rund 1,5–2 %.
- Makler: bei Wohnungen und Einfamilienhäusern teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision in der Regel; oft rund 3–3,6 % für dich.
Zusammen sind das schnell 40.000 € und mehr – Geld, das sofort weg ist. Idealerweise bezahlst du die Nebenkosten aus Eigenkapital.
Was fürs Kaufen spricht
- Zwangssparen: Die Tilgung passiert automatisch. Viele Mieter würden die Differenz nicht konsequent anlegen.
- Mietfrei im Alter: Eine abbezahlte Immobilie senkt die Lebenshaltungskosten enorm.
- Sicherheit und Gestaltungsfreiheit: keine Eigenbedarfskündigung, eigene Umbauten.
Was fürs Mieten spricht
- Flexibilität: Jobwechsel, Trennung, Familienzuwachs – du kannst umziehen.
- Kein Klumpenrisiko: Dein Vermögen steckt nicht in einem einzigen Gebäude an einem Ort.
- Keine Überraschungen: Dach, Heizung, Sonderumlage zahlt der Vermieter.
Fair rechnen
Ein fairer Vergleich geht so: Der Mieter legt sein Eigenkapital an und spart jeden Monat genau die Differenz zwischen Kreditrate plus Instandhaltung und seiner Miete. Nach 20–30 Jahren vergleichst du: Immobilienwert minus Restschuld gegen Depotwert. Genau das macht unser Mieten-oder-Kaufen-Rechner.
Nicht der Zins, sondern zu knappe Planung. Wer bei der Rate an die Schmerzgrenze geht, hat keinen Puffer für Heizungstausch, Jobverlust oder Elternzeit. Plane die Rate so, dass du auch mit einem Einkommen weniger noch durchkommst.
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Stand: November 2026. Gesetzliche Werte werden regelmäßig angepasst – maßgeblich sind die offiziellen Stellen.
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