Sichere zuerst deinen Überblick: gemeinsame Konten, Kredite, Verträge. Bei einer Scheidung werden Vermögenszuwachs und Rentenansprüche in der Regel geteilt. Lass dich früh beraten – das spart oft viel Geld und Streit.
Worum geht es?
Eine Trennung ist emotional schwer genug. Trotzdem lohnt es sich, früh an das Geld zu denken. Denn vieles läuft weiter, als wäre nichts geschehen: das gemeinsame Konto, der gemeinsame Kredit, die Versicherungen.
Bei einer Scheidung werden vor allem zwei Dinge geteilt: der Zugewinn (das, was beide während der Ehe zusätzlich an Vermögen aufgebaut haben) und die Rentenansprüche aus der Ehezeit („“). Dazu kommt die Frage nach dem Unterhalt.
Diese Fragen solltest du klären
Wer haftet für gemeinsame Kredite?
Beide – auch nach der Trennung. Die Bank kann sich an jeden von euch halten. Eine Entlassung aus dem Vertrag geht nur mit Zustimmung der Bank.
Wie lange muss ich bis zur Scheidung warten?
In der Regel ein Trennungsjahr. Getrennt leben geht auch in derselben Wohnung, wenn ihr getrennt wirtschaftet.
Wie funktioniert der Versorgungsausgleich?
Die Rentenansprüche, die beide während der Ehe erworben haben, werden zwischen euch geteilt. Das passiert automatisch im Scheidungsverfahren – bei sehr kurzer Ehe (bis drei Jahre) nur auf Antrag.
Was ist mit der Steuerklasse?
Im Jahr der Trennung dürft ihr noch die III und V bzw. IV behalten. Ab dem folgenden Jahr müsst ihr wechseln – meist in Klasse I oder II (alleinerziehend).
So gehst du Schritt für Schritt vor
- 1
Überblick sichern
Kontoauszüge, Kreditverträge, Versicherungen, Rentenunterlagen kopieren – solange du noch Zugriff hast.
- 2
Gemeinsame Konten klären
Keine Alleingänge, aber auch kein offenes Konto, von dem beide unbegrenzt abheben können. Ein eigenes Girokonto eröffnen.
- 3
Unterhalt klären
Für Kinder nach der Düsseldorfer Tabelle. Ein Jugendamt hilft kostenlos bei der Berechnung und Beurkundung des Kindesunterhalts.
- 4
Beratung holen
Erstberatung beim Anwalt ist gedeckelt bezahlbar. Bei kleinem Einkommen gibt es Beratungshilfe vom Amtsgericht.
- 5
Verträge anpassen
Bezugsberechtigung bei Lebensversicherung, Testament, Vollmachten – alles prüfen.
Typische Fehler
- !
Gemeinsames Konto einfach weiterlaufen lassen
Das führt oft zu Streit – und zu leer geräumten Konten.
- !
Den Versorgungsausgleich unterschätzen
Rentenansprüche können der größte Vermögenswert einer Ehe sein.
- !
Testament und Bezugsrechte vergessen
Sonst bekommt im Ernstfall der Ex-Partner das Geld.
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Stand: November 2026. Gesetzliche Werte werden regelmäßig angepasst – maßgeblich sind die offiziellen Stellen.
- Familienportal des Bundes
- Bundesministerium der Justiz: Erbrecht & Vorsorge
- Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit
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