Mit 35 Versicherungsjahren kannst du ab 63 in Rente – aber mit 0,3 % Abschlag pro Monat, lebenslang. Mit 45 Beitragsjahren geht es zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze ohne Abschlag.
Worum geht es?
Viele wollen nicht bis 67 arbeiten. Das ist möglich – aber jeder Monat früher kostet in der Regel 0,3 % Rente, und zwar lebenslang. Vier Jahre früher bedeuten 14,4 % weniger Rente, jeden Monat, bis zum Lebensende.
Es gibt aber Ausnahmen: Wer 45 Jahre Beiträge gezahlt hat, kann ohne Abschläge früher gehen. Und für schwerbehinderte Menschen gelten eigene Regeln.
Diese Fragen solltest du klären
Was zählt zu den 45 Jahren?
Pflichtbeiträge aus Arbeit, Kindererziehung bis zum 10. Lebensjahr, Pflege und in vielen Fällen Zeiten mit Arbeitslosengeld I. Arbeitslosengeld II bzw. Bürgergeld zählt nicht.
Kann ich die Abschläge ausgleichen?
Ja. Ab 50 kannst du freiwillig Sonderzahlungen an die Rentenversicherung leisten, um Abschläge ganz oder teilweise auszugleichen. Lass dir dafür eine „Auskunft über die Ausgleichszahlung“ geben. Die Zahlungen sind steuerlich absetzbar.
Darf ich nebenbei arbeiten?
Ja. Seit 2023 gibt es bei vorgezogenen Altersrenten keine Hinzuverdienstgrenze mehr.
Lohnt sich die Rente mit 63 trotz Abschlag?
Das hängt von Gesundheit, Ersparnissen und Lebensplanung ab. Grob gerechnet brauchst du viele Jahre Rentenbezug, bis sich das spätere Gehen finanziell ausgleicht. Lass dir beide Varianten ausrechnen.
Die wichtigsten Wege im Überblick
Für Versicherte, die 1964 oder später geboren sind:
| Rentenart | Voraussetzung | Frühestens | Abschlag |
|---|---|---|---|
| Regelaltersrente | 5 Jahre | 67 | keiner |
| Langjährig Versicherte | 35 Jahre | 63 | bis 14,4 % |
| Besonders langjährig Versicherte | 45 Jahre | 65 | keiner |
| Schwerbehinderte Menschen (GdB ab 50) | 35 Jahre | 62 (mit Abschlag) / 65 | bis 10,8 % |
Für ältere Jahrgänge liegen die Altersgrenzen etwas niedriger. Deine persönlichen Daten nennt dir die Rentenversicherung.
So gehst du Schritt für Schritt vor
- 1
Rentenauskunft anfordern
Sie zeigt, wann du frühestens in Rente kannst und mit welchem Abschlag.
- 2
Netto-Unterschied ausrechnen
Wie viel weniger hast du jeden Monat – und reicht das?
- 3
Ausgleichszahlung prüfen
Gerade mit einer Abfindung oder einer ausgezahlten Lebensversicherung kann sich das lohnen.
- 4
Kostenlose Beratung
Die Rentenversicherung rechnet dir alle Varianten kostenlos durch.
Typische Fehler
- !
Den Abschlag unterschätzen
14,4 % weniger Rente heißt bei 1.500 € über 200 € weniger – jeden Monat.
- !
Arbeitslosengeld vor der Rente schlecht planen
Wer kündigt, riskiert eine Sperrzeit. Lass dich vor einem Aufhebungsvertrag beraten.
- !
Die Krankenversicherung vergessen
Wer früh aufhört und noch keine Rente bekommt, muss sich selbst versichern.
Vor deiner Entscheidung
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Stand: November 2026. Gesetzliche Werte werden regelmäßig angepasst – maßgeblich sind die offiziellen Stellen.
- Deutsche Rentenversicherung
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Rente
- Verbraucherzentrale: Altersvorsorge
Fehler entdeckt? Schreib mir – ich korrigiere es schnell.

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